Die Sockelleiste wird zur Stromschiene: 24‑V-DC-Bus für Licht, Sensoren und modulare Mini-Steckdosen
Warum zerteilen wir die Wohnung noch immer in dutzende Netzteile, wenn moderne LED-Leuchten, Sensoren, Router, Ladegeräte und Mini-Aktuatoren ohnehin mit 5–24 V Gleichspannung laufen? Eine kaum beachtete Lösung: Die Fußleiste als 24‑V-DC-Bus. Unsichtbar verlegt, sicher (SELV), modular erweiterbar und ideal für Smart-Home, Homeoffice und Ambientebeleuchtung. Dieser Beitrag zeigt Aufbau, Planung, DIY-Montage und Designideen – von der Küche bis zum Balkon.
Was ist ein 24‑V-Sockelleisten-Bus?
Ein niederspanniger Stromkreis (24 V DC), der in der Sockelleiste verläuft und Licht, Sensorik, Kleingeräte und Ladepunkte versorgt. Module (z. B. USB‑C‑Charger, LED‑Dimmer, Präsenzsensor) klicken magnetisch oder per Federkontakt ein und werden bei Bedarf umgesteckt – ohne Wandschlitz, ohne Hochvoltanschluss.
Systemaufbau im Überblick
- Deckprofil & Kanal: Sockelleiste mit verdeckter Kabelkammer (Holz, MDF, Aluminium oder recyceltem PET). Abnehmbare Front für Service.
- Busleiter: 2‑adrig, typ. 2×4 mm2 Cu (SELV), Dauerstrom bis 10 A pro Segment. Polarität farblich markiert.
- Einspeisung: Zentrales 24‑V-Netzteil (z. B. 200–400 W, Wirkungsgrad > 92 %), optional mit Akku-Puffer (USV‑Funktion).
- Absicherung: Segment‑Sicherungen (z. B. 10 A) oder elektronische PTC‑Schutzmodule; Abschaltbarkeit je Raum.
- Dock-Module: USB‑C‑PD‑Wandler (bis 65 W), LED‑Treiber, Taster, Präsenz-/Helligkeitssensor, CO2-Sensor, Mini‑Aktuatoren (z. B. Magnetventil), alle 24 V‑tauglich.
- Steuerung: PWM‑Dimmer, Zigbee/Matter‑Knoten, 0–10 V‑Interfaces, wahlweise dezentral je Modul oder zentral im Schaltschrank.
Anwendungen nach Raum
Küche & Jadalnia
- Unterbau‑LED unter Hängeschränken, teilbar pro Zone.
- USB‑C‑Ladepunkte für Mixer/Tablet auf der Arbeitsinsel.
- CO2/VOC‑Sensor für Lüftungslogik und Kochdunst.
Salon & Pokój dzienny
- Ambientestreifen hinter Sideboard/Sofa, steuerbar per Szenen.
- Präsenz-/Lichtsensor für adaptive Helligkeit am Abend.
- Mini‑Aktuatoren (z. B. motorisierte Lamellen) direkt am Bus.
Sypialnia
- Beleuchtete Sockelleiste als Nachtlicht mit sanftem Ramp‑Up.
- Schalter-/Lade-Kombimodul neben dem Bett ohne 230‑V‑Dose.
Łazienka
- IP‑geschützte Module (Spritzwasserzone beachten), Spiegel‑LED, Feuchtesensor.
- 24 V SELV ist besonders sicher in Feuchträumen.
Pokój dziecięcy i młodzieżowy
- Robuste LED‑Leisten und USB‑C für Lernplatz – keine Netzteile am Boden.
- Bewegungsmelder als Orientierungslicht für die Nacht.
Biuro domowe i gabinet
- USB‑C‑PD 65 W am Schreibtisch (Laptop, Dock, Headset).
- Flimmerfreie 24‑V‑Arbeitslampen mit CRI > 95.
Przedpokój i hol
- Automatisches Bodenlicht bei Betreten, Strom für Türsensoren.
Ogród, balkon i taras
- Außen-LED über wetterfeste Sockelleiste (IP65‑Module), sichere Kleinspannung.
- Direkt-DC aus Balkon‑PV mit 24‑V‑Akkupuffer für Abendlicht.
Energieeffizienz & Sicherheit
- Weniger Wandwarzen: Ein hocheffizientes Netzteil ersetzt viele kleine – Standby‑Verluste sinken typ. um 3–8 W pro Raum.
- Strukturierte Lasttrennung: Segmente separat absicher- und schaltbar; bei Kurzschluss fällt nur ein Teil aus.
- SELV 24 V: Berührungssicher. Beachten Sie dennoch lokale Normen (z. B. VDE) – feste Leitungsverlegung kann Fachabnahme erfordern.
Planung & Dimensionierung
1. Lastenliste
Summe der Dauerlasten + Spitzen (z. B. USB‑C 65 W, LED 60 W, Sensorik 6 W) → Netzteil mit 20–30 % Reserve wählen.
2. Spannungsfall kalkulieren
Für Kupfer gilt: R ≈ 0,0175 Ω·mm2/m. Bei 4 mm2 → ca. 0,0044 Ω/m. Beispiel: 10 m Leitungslänge (Hin‑ und Rückleiter ≈ 20 m) bei 5 A: ΔV ≈ 5 A × 0,0044 Ω/m × 20 m = 0,44 V. Das ist bei 24 V unkritisch; für höhere Ströme Querschnitt oder Einspeisepunkte erhöhen.
3. Topologie
- Stern für kurze Wege und klare Absicherung.
- Ring für geringere Spannungsfälle in großen Räumen.
- Segmentierung pro Raum/Zone mit 5–10 A Sicherung.
4. Komponentenwahl
- Netzteil: 24 V DC, 150–400 W, leiser Lüfter oder passiv, PFC, OVP/OTP/OCP‑Schutz.
- Leiter: 2×2,5–6 mm2 fein-/massiv, halogenfrei.
- Verbinder: Federklemmen oder Crimp, eindeutige Polaritätskennzeichnung.
- Dock‑Module: USB‑C‑PD‑Step‑Down, LED‑Treiber (PWM/CCR), Sensor-Knoten (Matter/Zigbee).
DIY‑Montage: Sockelleisten‑Bus in 8 Schritten
- Plan skizzieren: Zonen, Einspeisepunkte, Module, Leistung.
- Untergrund prüfen: Wand gerade, trockene Montagehöhe, Feuchtraumzonen beachten.
- Sockelleisten montieren: Kanal mit Serviceöffnung vorsehen; Ecken mit Innen-/Außenwinkeln.
- Leiter einziehen: 2‑adrig, Polung markieren, Zugentlastung sicherstellen.
- Absicherung setzen: Segment‑Sicherungshalter oder elektronische Schutzmodule.
- Einspeisung anschließen: 24‑V‑Netzteil an FI‑geschützte 230‑V‑Steckdose; keine Hochvoltleitungen im selben Kanal.
- Module andocken: Federkontakte/Magnetmodule in die Leiste klicken; Funktionsprobe mit Multimeter.
- Konfiguration: Dimmer kurven, Sensor‑Automationen (z. B. Nachtlicht, Anwesenheitslicht, CO2‑Grenzwerte).
Hinweis: Auch wenn 24 V SELV berührungssicher ist, gelten je nach Land Normen für feste Installationen. Im Zweifel Elektro‑Fachbetrieb einbeziehen.
Kostenbeispiel (Wohnzimmer 18 m2)
| Komponente | Menge | Stückpreis | Summe |
|---|---|---|---|
| Sockelleiste mit Kabelkanal (Alu) | 12 m | 18 € | 216 € |
| Leitung 2×4 mm2 | 15 m | 2,50 € | 37,50 € |
| 24‑V‑Netzteil 320 W | 1 | 79 € | 79 € |
| Segment‑Sicherungen/Elektr. Schutz | 3 | 8 € | 24 € |
| LED‑Treiber + LED‑Streifen (CRI > 90) | 1 Set | 65 € | 65 € |
| USB‑C‑PD‑Modul 65 W | 2 | 29 € | 58 € |
| Präsenz-/Lichtsensor‑Modul | 1 | 35 € | 35 € |
| Gesamt | 514,50 € | ||
Preisstand: Richtwerte, variieren je nach Hersteller/Qualität.
Fallstudie: 2‑Zimmer‑Apartment (65 m2)
- Installierte Buslänge: 42 m (3 Segmente, je 8–12 A abgesichert)
- DC‑Lasten: 3× USB‑C‑PD, 11 m LED (78 W max), 6 Sensoren, 1 DC‑Router/ONT
- Ergebnisse 6 Monate:
- Entfallene Netzteile: 12 Stück (Standby‑Verlust ≈ 7 W → ~61 kWh/Jahr eingespart)
- Ausfallsicherheit: Kurzschluss im Flur → nur Segment Flur schaltete ab
- Komfort: Szenen „Lesen“, „Kochen“, „Nachtlicht“ per Präsenz/Lux
Pro / Contra
| Aspekt | Pro | Contra |
|---|---|---|
| Effizienz | Ein zentrales, effizientes Netzteil; weniger Wandwarzen | Teilweise DC‑Wandler pro Modul weiterhin nötig |
| Sicherheit | SELV 24 V, Feuchtraumfreundlich | Feste Verlegung kann Abnahme erfordern |
| Flexibilität | Module steck-/klappbar, skalierbar | Herstellerspezifische Module/Kompatibilität beachten |
| Design | Unsichtbar, homogenes Licht entlang der Basis | Frontzugang für Service nötig |
| Leistung | Ideal bis ca. 200–400 W je Raum | Nicht für Hochleistungsgeräte geeignet |
Design & Integration
- Materialität: Eiche natur für skandinavische Looks, eloxiertes Alu für Loft, Weißlack für Minimalismus.
- Lichtführung: Indirekte LED nach unten (Blendfreiheit), warmdim von 3000→2200 K am Abend.
- Bedienung: Kapazitive Taster in der Leiste, taktile Aluminium‑Kippschalter oder App/Sprachsteuerung.
- Kinderzimmer: Abgerundete Abdeckungen, niedrige Leuchtdichte, robuste Module.
Ökologie & Energie
- Weniger E‑Schrott: Ein Netzteil statt vieler; modulare Reparatur.
- DC‑Kopplung: Balkon‑PV → DC‑Zwischenspeicher → 24 V‑Bus (ohne doppelte Wandlung AC↔DC).
- Lastmanagement: Sensorik dimmt/abschaltet automatisch, Nachtprofile sparen Energie.
Zukunft: Bus wird smarter
- USB‑C‑PD‑Taps mit 100 W und Energie‑Telemetry je Port.
- Matter‑over‑Thread‑Module direkt in der Leiste.
- Notlicht: Akku‑Puffer versorgt Orientierungslicht bei Netzausfall.
- Konfigurierbare Leisten: 3D‑gedruckte Fronten, akustisch wirksam (Mikroperforation) + Licht.
Praxis-Tipps für den Start
- Klein anfangen: 1 Segment im Flur oder unter der Küchenzeile testen.
- Messung: Multimeter/USB‑C‑Power‑Meter nutzen, um reale Lasten zu kennen.
- Dokumentation: Segmentplan, Sicherungswerte, Polung im Leisteninneren beschriften.
Fazit
Ein 24‑V‑Sockelleisten‑Bus ist eine elegante Antwort auf den DC‑Alltag moderner Haushalte: sicher, effizient und visuell unauffällig. Statt mehr Steckdosen zu setzen, bringt die Leiste Energie genau dorthin, wo Sie Licht, Sensorik und Ladepunkte brauchen – heute modular, morgen erweiterbar. Starten Sie mit einer Zone und skalieren Sie nach Bedarf: Küche, Flur, Homeoffice – die Infrastruktur wächst mit.
CTA: Planen Sie Ihre erste 24‑V‑Zone (2–3 Module), messen Sie den Nutzen und erweitern Sie in klaren Segmenten – so bleibt das System übersichtlich, sicher und zukunftsfähig.

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