Schwarze, rissige oder abgelöste Silikonfugen an Dusche, Badewanne und Waschbecken sind nicht nur ein optisches Problem. Sobald Wasser hinter die Fuge läuft, drohen Feuchteschäden an Wand, Estrich oder Einbaumöbeln.
Mit sauberer Vorbereitung, dem richtigen Sanitärsilikon und etwas Geduld lassen sich viele Fugen in der Mietwohnung oder im Eigenheim selbst erneuern. Kritisch wird es, wenn die Abdichtung hinter den Fliesen bereits beschädigt ist oder Schimmel tief im Untergrund sitzt.
Auf einen Blick
- Materialkosten: Für ein kleines Bad liegen Silikon, Reiniger, Glättmittel und Klingen meist bei 25 bis 55 EUR.
- Handwerkerkosten: Fachbetriebe berechnen häufig 8 bis 15 EUR pro laufendem Meter, Mindestaufträge oft 150 bis 250 EUR.
- Fugenbreite: Im Bad sind 5 bis 10 mm üblich, bei Badewannen und Duschtassen oft eher 8 bis 12 mm.
- Wichtig in Deutschland: Die wasserführenden Bereiche im Bad fallen in der Planung unter DIN 18534 zur Abdichtung von Innenräumen.
Vor dem Start: Prüfen, ob Selbermachen sinnvoll ist
Nicht jede dunkle Fuge muss sofort komplett herausgeschnitten werden. Leichte Verfärbungen auf der Oberfläche können von Seifenresten, Kalk und Staub kommen. Wenn die Fuge aber weich, rissig, schmierig oder stellenweise vom Rand gelöst ist, hilft Reinigen meist nicht mehr dauerhaft.
Erfahrungsgemäß lohnt sich das Selbermachen besonders bei überschaubaren Strecken: Waschbecken mit 1 bis 2 m Fuge, Duschwanne mit rund 3 bis 4 m oder Badewanne 170 x 75 cm mit etwa 4 bis 5 m sichtbarer Anschlussfuge. Bei bodengleichen Duschen, Naturstein oder frischen Bädern mit Gewährleistung sollte eher ein Fachbetrieb prüfen.
In einer Mietwohnung gilt: Silikonfugen sind häufig Wartungsfugen. Kleinere Erneuerungen werden je nach Mietvertrag und Ursache unterschiedlich behandelt. Informieren Sie den Vermieter, wenn Schimmel, lose Fliesen oder aufgequollene Sockel sichtbar sind, statt einfach darüberzusilikonieren.
| Ja/Nein-Check | Selbst machen? | Hinweis |
| Fuge ist nur oberflächlich schwarz? | Ja, erst reinigen | Mit Badreiniger und Bürste testen, nicht sofort schneiden |
| Silikon löst sich vom Fliesenrand? | Ja, wenn Untergrund trocken ist | Alte Fuge vollständig entfernen |
| Fliesen klingen hohl oder sind lose? | Nein | Erst Ursache prüfen lassen |
| Schimmel sitzt hinter der Fuge? | Eher nein | Feuchtequelle und Abdichtung prüfen |
| Naturstein ist verbaut? | Nur mit passendem Silikon | Essigvernetztes Silikon kann Flecken verursachen |
| Bad ist noch in Gewährleistung? | Nein | Vor Eigenarbeit Bauträger oder Betrieb kontaktieren |

Material, Werkzeug und realistische Kosten
Für Standardfliesen, Keramikwaschbecken, Acrylwanne oder emaillierte Stahlwanne verwenden Sie Sanitärsilikon mit Schimmelschutz. Eine Kartusche mit 300 ml kostet im Baumarkt meist 6 bis 12 EUR. Markenware liegt oft bei 10 bis 16 EUR, Spezialprodukte für Naturstein bei 12 bis 22 EUR.
Zusätzlich brauchen Sie ein scharfes Cuttermesser oder einen Fugenentferner für 5 bis 12 EUR, Silikonentferner für 6 bis 10 EUR, Malerkrepp für 3 bis 5 EUR, Glättmittel für 4 bis 8 EUR und eine Kartuschenpresse für 8 bis 25 EUR. Ein Satz Fugenglätter aus Kunststoff kostet etwa 4 bis 9 EUR. Wer sauber arbeiten will, spart nicht an frischen Klingen.
Für eine typische Dusche 90 x 90 cm reichen oft eine Kartusche Silikon und etwas Reserve. Bei einer Badewanne 170 x 75 cm plus Waschtisch sollten Sie zwei Kartuschen einplanen. Wird die Fuge breiter als 10 mm oder tiefer als 8 mm, ist eine PE-Hinterfüllschnur sinnvoll; 5 m kosten meist 3 bis 7 EUR.
Kostenbeispiel für ein kleines Bad
In einer 68 m² Altbauwohnung in Köln sollen die Fugen an einer 90 x 90 cm Duschwanne und am 60 cm breiten Waschtisch erneuert werden. Insgesamt sind rund 5 laufende Meter betroffen. Die Materialkosten liegen realistisch bei 38 EUR: 2 Kartuschen Sanitärsilikon für 20 EUR, Fugenentferner für 7 EUR, Glättmittel für 5 EUR und Malerkrepp mit Ersatzklingen für 6 EUR.
Beauftragen Sie einen Fachbetrieb, kann derselbe Umfang wegen Anfahrt und Mindestauftrag 180 bis 280 EUR kosten. Bei mehreren Bädern oder kompletter Neuverfugung sinkt der Preis pro Meter oft, weil Rüstzeit und Anfahrt nur einmal anfallen.
Alte Silikonfuge sauber entfernen
Der wichtigste Teil der Arbeit passiert vor dem neuen Silikon. Bleiben alte Reste, Seifenfilm oder Feuchtigkeit in der Fuge, haftet die neue Schicht schlecht und reißt schneller wieder auf. Planen Sie für eine Dusche lieber 2 bis 3 Stunden inklusive Trocknungszeit ein, nicht nur 30 Minuten.
Schritt 1: Bereich trockenlegen und schützen
Dusche oder Badewanne sollten vor der Arbeit mindestens mehrere Stunden nicht benutzt werden. Bei schlecht belüfteten Altbaubädern ohne Fenster ist ein ganzer Tag Trockenzeit sinnvoll. Legen Sie ein altes Handtuch in die Wanne, damit Klingen, Silikonreste und Werkzeuge keine Kratzer verursachen.
Entfernen Sie Duschvorleger, Badmöbel, Kosmetik und lose Regalböden. Gerade bei engen Bädern mit 4 bis 6 m² stören kleine Gegenstände enorm und erhöhen das Risiko, mit Silikon zu kleckern.
Schritt 2: Silikon einschneiden und herausziehen
Schneiden Sie die alte Fuge entlang beider Haftflächen ein: einmal an der Fliese, einmal an Wanne, Duschtasse oder Waschbecken. Die Klinge wird flach geführt, damit Sie Fliesen, Acryl oder Emaille nicht beschädigen. Danach lässt sich der Hauptstrang oft in längeren Stücken herausziehen.
Häufig sehen wir bei Kunden, dass nur die sichtbare Oberseite abgezogen wird. Darunter bleibt dann eine dünne, glänzende Silikonschicht stehen, auf der neues Silikon kaum haftet. Arbeiten Sie so lange nach, bis die Flanken matt, sauber und frei von Gummiresten sind.
Schritt 3: Reste lösen und Untergrund reinigen
Für hartnäckige Reste kann Silikonentferner helfen. Beachten Sie die Einwirkzeit auf der Verpackung, meist 15 bis 60 Minuten. Testen Sie das Mittel an unauffälliger Stelle, besonders bei Kunststoffwannen, lackierten Möbeln oder Naturstein.
Reinigen Sie danach gründlich mit Wasser und einem milden Reiniger. Vor dem Neuverfugen müssen die Flanken fettfrei und trocken sein. Bei Schimmel auf mineralischem Untergrund kann ein geeigneter Schimmelentferner nötig sein; bei starkem Befall ist die Ursache wichtiger als die Kosmetik.
Wenn Sie gerade weitere Arbeiten planen, ist die Reihenfolge entscheidend. Erst abdichten, dann Möbel montieren und zuletzt empfindliche Oberflächen einrichten. Mehr dazu passt thematisch zu Bad richtig abdichten.
Neue Silikonfuge ziehen: Technik, Breite und Glättung

Eine gute Silikonfuge ist keine dicke Wurst auf der Oberfläche, sondern eine elastische Anschlussfuge mit sauberer Haftung an zwei Seiten. Die Fuge muss Bewegungen aufnehmen, etwa wenn eine Acrylwanne leicht nachgibt oder Temperaturunterschiede auftreten. Genau deshalb sollte sie nicht einfach maximal tief mit Silikon vollgestopft werden.
Schritt 4: Fugenbreite und Hinterfüllung vorbereiten
Bei Anschlussfugen im Bad sind 5 bis 10 mm Breite üblich. Ist der Spalt tiefer als breit, drücken Sie eine passende Hinterfüllschnur ein. Für eine 8 mm breite Fuge nimmt man häufig eine 10 mm Schnur, damit sie leicht klemmt.
Die Hinterfüllschnur verhindert Dreiflankenhaftung. Das bedeutet: Silikon haftet nicht zusätzlich am Fugengrund, sondern nur links und rechts. So kann es sich besser dehnen und reißt weniger schnell.
Schritt 5: Abkleben oder freihändig arbeiten
Für Heimwerker ist Abkleben mit Malerkrepp fast immer die sicherere Lösung. Kleben Sie die Linien parallel zur Fuge, zum Beispiel mit 6 bis 8 mm Abstand. Drücken Sie das Band gut an, damit kein Silikon darunterläuft.
Profis arbeiten oft freihändig, weil sie Tempo und Druck sehr gut kontrollieren. Wenn Sie nur alle paar Jahre eine Fuge ziehen, bringt Malerkrepp ruhigere Kanten. Entfernen Sie das Band aber sofort nach dem Glätten, nicht erst am nächsten Tag.
Schritt 6: Silikon gleichmäßig einspritzen
Schneiden Sie die Kartuschenspitze schräg ab. Die Öffnung sollte etwas kleiner sein als die gewünschte Fugenbreite. Führen Sie die Presse gleichmäßig und drücken Sie so, dass die Fuge komplett gefüllt wird, ohne große Hohlstellen.
Arbeiten Sie in Abschnitten von 50 bis 100 cm. Besonders in kleinen Bädern wird Silikon schnell unhandlich, wenn man die gesamte Wanne auf einmal macht. Bei 20 Grad Raumtemperatur bleibt meist genug Zeit zum Glätten, dennoch sollten Sie zügig arbeiten.
Schritt 7: Glätten und aushärten lassen
Sprühen oder streichen Sie wenig Glättmittel auf die frische Fuge und ziehen Sie mit dem Fugenglätter in einem ruhigen Zug ab. Zu viel Glättmittel kann Rückstände bilden und die Oberfläche verschmieren. Finger mit Spülwasser funktionieren zwar, liefern aber oft ungleichmäßige Kanten.
Nach dem Abziehen entfernen Sie das Kreppband sofort und glätten bei Bedarf ein letztes Mal nach. Die meisten Sanitärsilikone sind nach etwa 24 Stunden belastbar, vollständige Durchhärtung kann je nach Fugenstärke länger dauern. Duschen Sie in dieser Zeit nicht und vermeiden Sie stehendes Wasser.
DIN, Mietwohnung und typische Fehler im deutschen Bad
Nach DIN 18534 werden Innenräume je nach Wassereinwirkung geplant und abgedichtet. Silikonfugen ersetzen keine fachgerechte Abdichtung unter Fliesen, sondern schließen Bewegungs- und Anschlussbereiche optisch und spritzwassergeschützt ab. Wenn hinter der Fuge dauerhaft Wasser steht, ist nicht das Silikon allein das Problem.
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Die alte Fuge wird überklebt, weil die Fliesen uneben sind und der Spalt unschön aussieht. Das hält meist nur wenige Monate. In Altbauten mit leicht schiefen Wänden sind saubere Flanken und passende Fugenbreite wichtiger als eine optisch extrem dünne Linie.
Im Neubau kann eine gerissene Fuge in den ersten Jahren auch mit Setzungen, Wannenmontage oder Bewegungen im Estrich zusammenhängen. Wenn das Bad erst vor kurzer Zeit saniert wurde, dokumentieren Sie den Schaden mit Fotos und klären Sie die Zuständigkeit, bevor Sie selbst schneiden. Bei Mietwohnungen gilt das besonders, wenn Feuchtigkeit an angrenzenden Räumen sichtbar ist.
Bei Reinigung und Pflege geht es nicht nur um Optik. Kalk und Seifenreste greifen die Oberfläche an und fördern Schmutzanhaftung. Praktische Reinigungsabläufe finden Sie in Fliesen im Bad reinigen.
Pflege, Haltbarkeit und wann ein Profi besser ist
Eine ordentlich gezogene Silikonfuge hält im Bad üblicherweise mehrere Jahre. Die genaue Dauer hängt von Lüftung, Nutzung, Reinigungsmitteln und Bewegung im Bauteil ab. In einer WG mit täglicher Mehrfachnutzung der Dusche verschleißt eine Fuge schneller als im Gästebad.
Nach dem Duschen hilft es, Wasser mit einem Abzieher von Fliesen und Fuge zu entfernen. In fensterlosen Bädern sollte die Lüftung ausreichend lange laufen. Wenn keine Lüftungsanlage vorhanden ist, bleibt nach dem Duschen die Badezimmertür besser kurz offen, sofern dadurch keine Feuchteprobleme in angrenzenden Räumen entstehen.
Vermeiden Sie aggressive Scheuermittel, harte Drahtbürsten und dauerhaft chlorhaltige Reiniger. Sie können die Oberfläche aufrauen, wodurch sich Schmutz schneller festsetzt. Besser sind regelmäßiges Abspülen, milder Badreiniger und ein weiches Tuch.
Wann der Fachbetrieb sinnvoll ist
Ein Profi ist empfehlenswert, wenn mehrere laufende Meter in hochwertigem Bad, Naturstein, bodengleicher Dusche oder sichtbare Feuchteschäden betroffen sind. Auch bei barrierearmen Duschen nach DIN 18040 sollte sehr sorgfältig gearbeitet werden, weil flache Übergänge stärker belastet werden und Wasser leichter in Randbereiche läuft.
Rechnen Sie bei einer kompletten Neuverfugung eines kleinen Badezimmers mit 250 bis 600 EUR, abhängig von Umfang, Anfahrt, Untergrund und Region. Einzelne Fugen an Dusche oder Wanne liegen oft bei 150 bis 300 EUR. In München, Stuttgart oder Hamburg können die Preise höher sein als in kleineren Städten.
Zusammenfassung
- Prüfen Sie zuerst, ob die Fuge nur verschmutzt, oberflächlich verfärbt oder wirklich beschädigt ist.
- Informieren Sie in der Mietwohnung den Vermieter, wenn Schimmel, Feuchtigkeit oder lose Fliesen sichtbar sind.
- Entfernen Sie alte Silikonreste vollständig, sonst haftet die neue Fuge schlecht.
- Planen Sie für Material im kleinen Bad etwa 25 bis 55 EUR ein, mit Werkzeug eher 40 bis 80 EUR.
- Nutzen Sie bei tiefen Fugen eine Hinterfüllschnur, damit das Silikon elastisch arbeiten kann.
- Ziehen Sie die Fuge in kurzen Abschnitten, glätten Sie sofort und entfernen Sie Kreppband direkt danach.
- Lassen Sie die neue Fuge mindestens 24 Stunden trocken, bevor Dusche oder Badewanne wieder benutzt werden.
Häufige Fragen
Wie oft müssen Silikonfugen im Bad erneuert werden?
Das hängt stark von Nutzung, Lüftung und Reinigung ab. In normal genutzten Bädern halten gute Silikonfugen oft mehrere Jahre, in stark genutzten WG-Bädern oder fensterlosen Duschen kann eine Erneuerung deutlich früher nötig sein.
Kann ich neue Silikonfuge über alte Silikonfuge ziehen?
Davon ist abzuraten. Neues Silikon haftet auf altem Silikon schlecht, auch wenn die Oberfläche sauber wirkt. Die alte Fuge sollte vollständig entfernt, der Untergrund gereinigt und getrocknet werden.
Welches Silikon eignet sich für Dusche und Badewanne?
Für Keramik, Glas, Emaille und viele Acrylwannen eignet sich Sanitärsilikon mit Schimmelschutz. Bei Naturstein brauchen Sie spezielles Natursteinsilikon, da ungeeignete Produkte Randverfärbungen verursachen können.
Wie lange darf ich nach dem Verfugen nicht duschen?
Viele Produkte sollten mindestens 24 Stunden nicht mit Wasser belastet werden. Bei breiten oder tiefen Fugen, niedriger Temperatur oder hoher Luftfeuchte kann eine längere Aushärtezeit sinnvoll sein.
Muss der Vermieter Silikonfugen erneuern?
Das hängt von Mietvertrag, Ursache und Zustand ab. Da Silikonfugen häufig als Wartungsfugen gelten, ist die Zuständigkeit nicht immer eindeutig. Bei Feuchteschäden, Schimmel hinter der Fuge oder baulichen Mängeln sollten Sie den Vermieter schriftlich informieren.
Warum reißt meine neue Silikonfuge schon nach kurzer Zeit?
Häufige Ursachen sind alte Silikonreste, feuchter Untergrund, zu tiefe Fugen ohne Hinterfüllschnur oder zu geringe Fugenbreite. Auch eine schlecht abgestützte Acrylwanne kann Bewegungen verursachen, die eine Fuge überlasten.

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