Wasser vor der Badewanne oder Dusche ist kein Schönheitsproblem, sondern führt schnell zu aufgequollenen Sockelleisten, Schimmel in Silikonfugen und Ärger in der Mietwohnung. Wer eine Duschabtrennung nachrüsten will, muss vor allem Platz, Befestigung, Reinigung und Budget sauber vergleichen.
Gerade in deutschen Altbau-Bädern mit 3,5 bis 6 m² entscheidet oft ein Zentimeter darüber, ob eine Glaswand komfortabel funktioniert oder ob eine Faltwand die bessere Lösung ist.
Auf einen Blick
- Glaswand: hochwertig, langlebig, aber teurer und meist mit Bohrungen in Fliesen verbunden.
- Faltwand: platzsparend bei kleinen Bädern, preislich mittel, dafür mehr Profile und mehr Reinigungsaufwand.
- Duschvorhang: günstig und mieterfreundlich, aber optisch einfacher und weniger dicht bei starkem Wasserdruck.
- Wichtig in der Mietwohnung: Bohrungen in Fliesen vorher mit dem Vermieter abstimmen, besonders bei neuen Bädern.
| Option | Typische Kosten | Passt besonders gut für |
| Feste Glaswand | 180 bis 650 EUR plus Montage | Neubau-Bad, Walk-in-Dusche, ruhige Optik |
| Faltwand aus Glas oder Kunststoff | 90 bis 350 EUR plus Montage | Badewanne, kleines Bad, enge Bewegungsflächen |
| Duschvorhang mit Stange | 25 bis 110 EUR komplett | WG, Mietwohnung, sehr kleines Budget |
| Maßanfertigung Glas | 550 bis 1.200 EUR plus Montage | Altbau mit schiefen Wänden oder Sondermaß |

Die drei Lösungen im direkten Vergleich
Eine Duschabtrennung muss zum Grundriss passen, nicht nur zum Stil. Eine 120 cm breite Glaswand sieht in Prospekten elegant aus, kann in einem 4 m² Bad aber den Zugang zum Waschbecken blockieren. Messen Sie deshalb zuerst die freie Bewegungsfläche vor Dusche, WC und Waschtisch.
Feste Glaswand: langlebig und ruhig im Bild
Eine feste Glaswand eignet sich besonders für bodengleiche Duschen oder Badewannen mit gerader Kante. Übliche Breiten liegen bei 70, 80, 90, 100 und 120 cm, die Höhe meist zwischen 140 cm für die Badewanne und 200 cm für die Dusche. Glasstärken von 6 mm bis 8 mm sind im Handel üblich.
Preislich beginnt eine einfache Badewannen-Glaswand bei etwa 180 EUR. Solide Walk-in-Wände mit 8 mm Einscheibensicherheitsglas liegen häufig bei 300 bis 650 EUR. Für eine Montage durch den Handwerker sollten Sie zusätzlich etwa 180 bis 350 EUR einplanen, bei schwierigen Fliesen oder schiefen Wänden auch mehr.
Der Vorteil ist die hochwertige Optik. Weniger Profile bedeuten weniger Stellen, an denen sich Kalk und Seifenreste sammeln. Nachteil: Die Glaswand ist kaum flexibel, muss exakt ausgerichtet werden und braucht eine tragfähige Befestigung.
Faltwand: praktisch bei wenig Platz
Eine Faltwand ist sinnvoll, wenn die Dusche über der Badewanne liegt oder der Einstieg eng ist. Sie lässt sich nach innen oder außen klappen und gibt die Wanne wieder frei. Typische Maße sind 80 x 140 cm, 100 x 140 cm oder mehrteilige Varianten bis 120 cm Breite.
Günstige Kunststoff-Faltwände starten bei etwa 90 EUR. Modelle mit Echtglas und stabileren Profilen kosten meist 180 bis 350 EUR. Dazu kommen bei professioneller Montage oft 150 bis 300 EUR.
In der Praxis überzeugt die Faltwand vor allem in Bädern, in denen Türflügel stören würden. Der Nachteil liegt bei den Scharnieren und Profilen: Dort sammelt sich Kalk, und billige Modelle laufen nach einigen Jahren nicht mehr sauber.
Duschvorhang: günstig, schnell und mieterfreundlich
Der Duschvorhang ist die einfachste Lösung, besonders in WG-Zimmern, Studentenwohnungen und befristeten Mietverhältnissen. Ein brauchbarer Textilvorhang kostet etwa 15 bis 35 EUR, eine Spannstange 18 bis 45 EUR, ein Deckenschienensystem etwa 35 bis 80 EUR.
Für Badewannen mit 170 x 75 cm reicht häufig ein Vorhang mit 180 x 200 cm. Bei bodengleichen Duschen sollten Sie eine Breite wählen, die mindestens 20 cm Überlappung bietet, sonst spritzt Wasser seitlich heraus.
Der große Vorteil: Meist muss nicht gebohrt werden. Der Nachteil: Vorhänge wirken schneller unruhig, kleben bei schlechter Belüftung am Körper und müssen regelmäßig gewaschen oder ersetzt werden.
Montage, Mietwohnung und Normen: worauf Sie vor dem Kauf achten
Bevor Sie bestellen, prüfen Sie Wandaufbau, Fliesenbild und Abdichtung. Nach DIN 18534 werden Innenräume mit Wassereinwirkung in Wassereinwirkungsklassen eingeteilt. Für Sie als Nutzer heißt das praktisch: Bohrungen im Nassbereich sind sensibel, weil sie eine Abdichtungsebene verletzen können.
Bohrungen in Fliesen nicht unterschätzen
Bei Eigentum können Sie über Bohrungen selbst entscheiden, sollten aber dennoch sauber abdichten. In einer Mietwohnung ist Vorsicht nötig. Bohrungen in Fliesen gelten oft nicht mehr als normale Abnutzung, besonders wenn es sich um ein modernisiertes Bad handelt.
Erfahrungsgemäß ist es besser, vorab schriftlich beim Vermieter anzufragen und die geplante Position zu markieren. Bei einer 90 cm breiten Walk-in-Wand sind meist zwei bis vier Bohrpunkte in der Wand nötig. Für Faltwände kommen je nach System drei bis sechs Bohrpunkte hinzu.
Bohrfreie Klebesysteme gibt es, sie sind aber nicht für jede schwere Glaswand geeignet. Bei einer 8 mm Glaswand mit 90 x 200 cm kann das Gewicht schnell bei 35 bis 45 kg liegen. Hier sollte die Herstellerfreigabe genau gelesen werden.
Altbau: schiefe Wände und ungerade Wannen
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Es wird eine Standard-Glaswand bestellt, obwohl die Wand über 140 cm Höhe um 12 mm aus dem Lot läuft. Das klingt wenig, reicht aber für einen schiefen Spalt und undichte Silikonfugen.
Messen Sie deshalb an mindestens drei Punkten: unten an der Wanne, mittig bei etwa 70 cm Höhe und oben bei 140 bis 200 cm Höhe. Bei Abweichungen über 8 bis 10 mm sollten Sie ein Modell mit Ausgleichsprofil wählen oder über eine Maßanfertigung nachdenken.
In einer 62 m² Altbauwohnung in Köln mit einem 4,2 m² Bad und einer 170 x 75 cm Wanne wäre zum Beispiel eine dreiteilige Faltwand oft praktischer als eine starre 100 cm Glaswand. Der Einstieg bleibt frei, der Waschtisch wird nicht blockiert und der Vermieter muss weniger massive Eingriffe akzeptieren.
Neubau und bodengleiche Dusche
Im Neubau sind bodengleiche Duschen mit 90 x 90 cm, 100 x 100 cm oder 120 x 90 cm verbreitet. Eine feste Glaswand passt hier gut, wenn der Ablauf richtig positioniert ist und das Gefälle stimmt. Wenn Wasser trotz Glaswand in den Raum läuft, liegt das Problem oft nicht an der Wand, sondern an Duschkopf, Gefälle oder zu kurzer Abtrennung.
Für barrierearme Bäder wird häufig auf Bewegungsflächen geachtet, etwa im Umfeld der DIN 18040. Nicht jedes private Bad muss diese Norm erfüllen, aber als Planungsorientierung ist sie sinnvoll. Eine Tür, die nach außen schwenkt, kann bei kleinen Bädern schnell stören.
Wenn Sie parallel Armaturen oder Fliesen erneuern, lohnt sich ein Blick auf die Reihenfolge. Mehr dazu passt zu Bad renovieren Reihenfolge.
Kosten und Alltag: welche Lösung rechnet sich wirklich

Der günstigste Kauf ist nicht automatisch die günstigste Lösung über fünf Jahre. Rechnen Sie neben dem Anschaffungspreis auch Reinigung, Ersatzteile, Montage und mögliche Rückbaukosten in der Mietwohnung ein.
Kostenbeispiel für ein kleines Mietbad
Angenommen, Sie wohnen in einer 75 m² Mietwohnung in Hannover, das Bad hat 5 m² und eine Badewanne mit 170 x 75 cm. Eine gute Vorhanglösung kostet etwa 30 EUR für den Textilvorhang, 35 EUR für eine stabile Stange und 10 EUR für Ringe. Gesamt: rund 75 EUR, ohne Handwerker.
Eine einfache Faltwand aus Kunststoff kostet etwa 120 EUR, Dichtprofile und Silikon weitere 20 EUR. Wenn ein Monteur 2 Stunden berechnet, kommen bei 60 bis 85 EUR pro Stunde schnell 120 bis 170 EUR dazu. Gesamt: etwa 260 bis 310 EUR.
Eine Echtglas-Badewannenwand liegt beispielsweise bei 280 EUR. Mit Montagematerial für 25 EUR und Handwerkermontage für 220 EUR landen Sie bei rund 525 EUR. Bei schiefen Altbauwänden kann eine Maßlösung 750 bis 1.100 EUR erreichen.
Reinigung und Kalk
Glas sieht nur dann hochwertig aus, wenn es gepflegt wird. In Regionen mit hartem Wasser, etwa Teilen von Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen, sollten Sie nach dem Duschen kurz abziehen. Ein guter Abzieher kostet 8 bis 20 EUR und spart viel Putzarbeit.
Faltwände brauchen mehr Aufmerksamkeit an Scharnieren und Profilen. Dort bleiben Shampoo, Kalk und Hautfett hängen. Duschvorhänge sollten waschbar sein, idealerweise bei 40 Grad, und nach dem Duschen ausgebreitet trocknen.
Aus eigener Erfahrung lohnt sich bei Glas eine klare, glatte Lösung mehr als ein vermeintlich dekoratives Profilmodell. Jede zusätzliche Kante wird im Alltag zur Putzkante. Wenn Sie grundsätzlich weniger Pflegeaufwand im Bad möchten, passt auch Bad pflegeleicht einrichten.
Dichtheit und Spritzschutz
Für starke Regenduschen oder Duschsysteme mit 30 cm Kopfbrause ist ein kurzer Vorhang oft zu schwach. Eine Glaswand sollte dann mindestens 100 cm breit sein, besser 120 cm, sofern der Raum es zulässt. Bei einer 90 x 90 cm Eckdusche sind Dreh- oder Pendeltüren oft dichter als eine halboffene Walk-in-Lösung.
Bei der Badewanne ist die Dichtlippe am unteren Rand entscheidend. Sie muss sauber auf dem Wannenrand sitzen und darf nicht über alte Silikonwülste laufen. Sonst findet Wasser immer seinen Weg nach außen.
Optik und Wertigkeit
Eine klare Glaswand lässt kleine Bäder größer wirken, weil sie den Raum nicht optisch unterbricht. Das ist besonders bei schmalen Bädern mit 1,60 m bis 1,90 m Raumbreite spürbar. Profile in Schwarz wirken modern, zeigen aber Kalk schneller als helle oder chromfarbene Oberflächen.
Ein Duschvorhang kann trotzdem gut aussehen, wenn Stoffqualität, Farbe und Länge stimmen. In Altbau-Bädern mit weißen Wandfliesen und Terrazzo- oder Mosaikboden kann ein schwerer Textilvorhang sogar passender wirken als eine sehr moderne Glaslösung.
Welche Lösung passt zu welchem Bad?
Für Eigentümer mit saniertem Neubau-Bad ist eine feste Glaswand meistens die beste Langfristlösung. Sie ist stabil, ruhig und wertet das Bad sichtbar auf. Wichtig sind korrektes Aufmaß, eine passende Breite und eine fachgerechte Abdichtung der Bohrpunkte.
Für kleine Altbau-Bäder mit Badewanne ist eine Faltwand oft der beste Kompromiss. Sie bietet besseren Spritzschutz als ein Vorhang, blockiert aber weniger Fläche als eine starre Glaswand. Achten Sie auf Ersatzdichtungen, justierbare Profile und Scharniere, die nicht wackeln.
Für Mietwohnungen mit unklarer Wohndauer bleibt der Duschvorhang die pragmatische Lösung. Er kostet wenig, lässt sich rückstandsfrei entfernen und ist bei Auszug kein Streitpunkt. Wichtig ist eine ausreichend breite Stange und ein Vorhang, der innen in die Wanne oder Duschtasse fällt.
Wenn Sie neu kaufen, nehmen Sie die Maße nicht nur aus dem Exposé. Messen Sie Wannenrand, Wandlot, Abstand zum WC und Türschwenkbereich. Eine Badezimmertür mit 73,5 cm Rohbaumaß und ein eng stehender Waschtisch können die beste Duschwand im Alltag unpraktisch machen.
Auch die Lüftung gehört zur Entscheidung. In fensterlosen Bädern muss Feuchtigkeit schnell über den Abluftventilator weg. Mehr Spritzschutz hilft nur begrenzt, wenn nach dem Duschen dauerhaft 70 Prozent Luftfeuchte im Raum stehen. Passend dazu: Lueftung fensterloses Bad.
Zusammenfassung
- Messen Sie Breite, Höhe, Wandlot und freie Bewegungsfläche vor dem Kauf an mindestens drei Punkten.
- Für Eigentum und moderne Duschen ist eine Glaswand meist die langlebigste Lösung.
- Für kleine Altbau-Bäder mit Wanne ist eine Faltwand oft praktischer als eine starre Scheibe.
- Für WG und Mietwohnung ist ein Duschvorhang mit Spannstange die günstigste und rückbausichere Lösung.
- Kalk und Reinigung einplanen: Glas braucht Abzieher, Faltwände brauchen Profilpflege, Vorhänge regelmäßige Wäsche.
- Bohrungen in Fliesen im Mietbad vorher schriftlich mit dem Vermieter klären.
- Bei schiefen Wänden über 8 bis 10 mm Abweichung Ausgleichsprofil oder Maßanfertigung prüfen.
Häufige Fragen
Was kostet eine gute Duschabtrennung inklusive Montage?
Für eine einfache Faltwand sollten Sie inklusive Montage etwa 260 bis 350 EUR rechnen. Eine solide Glaswand liegt meist bei 450 bis 800 EUR inklusive Montage. Maßanfertigungen können 900 bis 1.300 EUR erreichen.
Darf ich in einer Mietwohnung eine Glaswand anbohren?
Nicht ohne Rücksprache. Bohrungen in Fliesen können als Eingriff in die Bausubstanz gelten, vor allem im Nassbereich. Holen Sie vor dem Kauf eine schriftliche Zustimmung des Vermieters ein.
Welche Breite sollte eine Walk-in-Glaswand haben?
Bei einer normalen Dusche sind 90 cm oft das Minimum, 100 bis 120 cm sind spritzsicherer. Entscheidend sind Duschkopf, Gefälle, Ablaufposition und Bewegungsfläche im Bad.
Ist eine Glaswand pflegeleichter als ein Duschvorhang?
Ja, wenn sie nach dem Duschen abgezogen wird. Ohne Abziehen zeigen sich Kalkflecken schnell. Ein Duschvorhang ist günstiger, muss aber regelmäßig gewaschen und irgendwann ersetzt werden.
Welche Lösung ist für ein sehr kleines Bad am besten?
Bei 3,5 bis 4,5 m² ist häufig eine Faltwand oder ein Vorhang praktischer als eine starre Glaswand. Beide Lösungen lassen mehr Bewegungsfläche frei und stören weniger beim Putzen oder Baden.
Lohnt sich eine Maßanfertigung im Altbau?
Ja, wenn Wände deutlich schief sind oder Standardmaße sichtbare Spalten erzeugen würden. Unter etwa 8 mm Abweichung reicht oft ein gutes Ausgleichsprofil, darüber wird Maßglas sinnvoller.

More Stories
Waschmaschine im kleinen Bad planen: Schritt für Schritt zu mehr Platz ohne Ärger mit Vermieter