Vergilbte Zimmertüren lassen selbst eine frisch gestrichene Wohnung schnell alt wirken. Wer in einer Mietwohnung oder im Altbau modernisieren möchte, muss Kosten, Aufwand, Türmaße und die Zustimmung des Vermieters sauber trennen.
Der praktische Vergleich zeigt, wann Streichen reicht, wann Folie sinnvoll ist und wann sich der Austausch von Türblatt oder kompletter Zarge lohnt.
Auf einen Blick
- Günstigste Lösung: Tür streichen ab etwa 35 bis 90 EUR pro Tür bei Eigenleistung.
- Schnellste optische Lösung: hochwertige Möbelfolie oder Türfolie ab etwa 45 bis 130 EUR pro Tür.
- Sauberste Modernisierung: neues Türblatt ab etwa 80 bis 220 EUR, mit Zarge meist 250 bis 650 EUR pro Tür.
- Wichtig in Mietwohnungen: Bohren, Kürzen, Zargentausch und Entsorgung alter Türen vorher schriftlich mit dem Vermieter klären.
Die drei Optionen im direkten Vergleich
Bei Zimmertüren geht es nicht nur um Farbe. Entscheidend sind Zustand der Oberfläche, Spaltmaße, Schließverhalten, Licht im Flur und die Frage, ob die Zarge ebenfalls modernisiert werden muss.
In deutschen Wohnungen sind Türblätter häufig 73,5 cm, 86 cm oder 98,5 cm breit und 198,5 cm hoch. Diese Maße orientieren sich an gängigen Normmaßen nach DIN 18101. In Altbauwohnungen können die Maße jedoch deutlich abweichen, etwa 82 cm Breite oder 204 cm Höhe.
In der Praxis lohnt sich zuerst ein nüchterner Blick auf Kanten, Beschläge und Zarge. Ist nur die Fläche vergilbt, reicht oft Streichen oder Folieren. Sind Türblatt, Zarge und Bänder verzogen, wird ein Austausch wirtschaftlicher.
| Option | Typische Kosten pro Tür | Geeignet für |
| Streichen | 35 bis 90 EUR DIY, 180 bis 350 EUR vom Maler | intakte Holztüren, Lacktüren, Altbau mit erhaltenswerter Substanz |
| Folieren | 45 bis 130 EUR DIY, 160 bis 300 EUR mit Montage | glatte CPL- oder lackierte Türen ohne starke Schäden |
| Türblatt tauschen | 80 bis 220 EUR Material, 160 bis 380 EUR mit Montage | Normzargen, beschädigte Türblätter, schnelle Modernisierung |
| Türblatt plus Zarge tauschen | 250 bis 650 EUR komplett je Tür | verzogene Zargen, neue Raumwirkung, Sanierung im Eigentum |

Option 1: Zimmertüren streichen
Streichen ist die sinnvollste Lösung, wenn Türblatt und Zarge technisch in Ordnung sind. Besonders bei alten Holztüren im Altbau ist Lackieren oft besser als Austauschen, weil Profil, Proportion und Originalbeschläge zum Gebäude passen.
Material und Kosten
Für eine Standardtür mit 86 cm Breite und 198,5 cm Höhe benötigen Sie meist 0,75 l bis 1 l Vorlack oder Haftgrund und 0,75 l bis 1 l Decklack. Ein guter wasserbasierter Acryllack kostet etwa 18 bis 35 EUR pro 750 ml. Schleifpapier, Abklebeband, Lackrolle und Pinsel liegen zusammen bei etwa 20 bis 40 EUR.
Rechnen Sie bei Eigenleistung mit 35 bis 90 EUR pro Tür, wenn Werkzeug teilweise vorhanden ist. Beauftragen Sie einen Malerbetrieb, liegen die Kosten inklusive Anschleifen, Grundieren und Lackieren erfahrungsgemäß bei 180 bis 350 EUR pro Tür, je nach Zustand und Region.
Vorteile und Grenzen
Der größte Vorteil ist die Kontrolle über Farbe und Glanzgrad. Reinweiß RAL 9010, Verkehrsweiß RAL 9016 oder ein warmes Greige wirken in Fluren von 4 bis 7 m² deutlich ruhiger als vergilbte Lackflächen.
Der Nachteil ist die Trockenzeit. Eine Tür muss meist ausgehängt werden, und die Fläche sollte staubarm liegen. Für zwei Lackschichten plus Zwischenschliff sollten Sie realistisch zwei Tage pro Raumgruppe einplanen.
Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Alte Lackschichten werden nur kurz angeschliffen, obwohl Kanten bereits abplatzen. Dann hält der neue Lack an den belasteten Stellen nicht lange, vor allem am Griffbereich und an der unteren Türkante.
Option 2: Türen folieren
Folieren eignet sich für glatte Türblätter, wenn Sie eine schnelle optische Veränderung wünschen. Besonders in WG-Zimmern, kleinen Mietwohnungen oder bei Kunststoffoberflächen kann Folie eine praktische Zwischenlösung sein.
Gute Türfolien kosten etwa 18 bis 35 EUR pro laufendem Meter bei 90 cm Breite. Für ein Türblatt mit beiden Seiten benötigen Sie grob 4,5 bis 5 m Folie, also 80 bis 175 EUR, wenn hochwertige Folie genutzt wird. Günstige Folien ab 8 EUR pro Meter sehen auf großen Flächen oft unruhig aus und sind an Kanten weniger belastbar.
Worauf Sie achten müssen
Die Oberfläche muss fettfrei, glatt und stabil sein. Kleine Macken zeichnen sich unter matter Folie weniger stark ab als unter glänzender Folie, verschwinden aber nicht vollständig. Griffe, Rosetten und eventuell das Türschloss müssen demontiert werden.
In der Mietwohnung ist Folie dann sinnvoll, wenn sie rückstandsfrei entfernt werden kann. Prüfen Sie das an einer verdeckten Stelle, etwa an der Bandseite. Wenn alter Lack beim Abziehen mitkommt, kann es beim Auszug teuer werden.
Mehr zu robusten Oberflächen im Alltag passt gut zu pflegeleichte Materialien in der Mietwohnung. Gerade bei Kindern, Haustieren oder stark genutzten Fluren entscheidet die Reinigungsfähigkeit über die Lebensdauer.
Vorteile und Grenzen
Folie ist schnell, geruchsarm und in vielen Dekoren erhältlich. Holzoptik, mattes Weiß, Salbeigrün oder helles Grau lassen sich ohne Schleifstaub umsetzen.
Die Grenzen liegen an Profilen und Kanten. Kassettentüren, stark gerundete Kanten und alte Beschläge machen Folieren deutlich schwieriger. Im Bereich der Türklinke nutzt sich günstige Folie schneller ab.
Option 3: Türblatt oder komplette Zarge austauschen
Ein neues Türblatt ist die beste Lösung, wenn eine vorhandene Normzarge gerade sitzt und die Bänder passen. In Baumärkten und im Fachhandel kosten einfache Weißlack-Türblätter etwa 80 bis 160 EUR. CPL-Türen mit widerstandsfähiger Oberfläche liegen meist bei 130 bis 260 EUR.
Vor dem Kauf messen Sie nicht nur Breite und Höhe, sondern auch Bandpositionen, Falz, Anschlagrichtung und Schlosslage. Eine typische Innentür hat ein Rohbaurichtmaß von 88,5 x 201 cm, daraus ergibt sich oft ein Türblatt von 86 x 198,5 cm. Bei Abweichungen passt ein Standardblatt eventuell nicht.
Nur Türblatt tauschen
Der reine Türblatttausch ist schnell und relativ sauber. Ein Handwerker benötigt bei passender Zarge oft weniger als eine Stunde pro Tür. Die Montagekosten liegen häufig bei 70 bis 160 EUR pro Tür, zuzüglich Anfahrt.
Diese Variante ist besonders interessant, wenn mehrere Türen in einem Flur gleichzeitig erneuert werden. Bei fünf Türen kann ein einheitliches Türbild den ganzen Eingangsbereich aufwerten, ohne Boden oder Wände anzufassen.
Zarge mit tauschen
Der Zargentausch ist aufwendiger. Alte Zargen werden ausgebaut, Wandanschlüsse können beschädigt werden, und Putz oder Tapete müssen nachgearbeitet werden. Für eine neue Zarge zahlen Sie etwa 90 bis 220 EUR Material, dazu 180 bis 400 EUR Montage je Tür.
Im Neubau ist das meist unkompliziert. Im Altbau mit schiefen Wänden, dicken Laibungen und alten Holzdielen müssen Fugen sauber geplant werden. Wenn Sie ohnehin renovieren, kann der Zargentausch aber der richtige Zeitpunkt sein.
Wer gleichzeitig Boden, Sockelleisten und Türen plant, sollte die Reihenfolge vorher klären. Mehr dazu passt zu Boden und Türen richtig renovieren.
So entscheiden Sie Schritt für Schritt

Die Entscheidung wird leichter, wenn Sie jede Tür einzeln bewerten. Gerade in Wohnungen mit 65 bis 90 m² sind nicht alle Türen gleich stark belastet. Bad- und Küchentüren altern oft schneller als Schlafzimmertüren.
Schritt 1: Zustand prüfen
Kontrollieren Sie Kanten, Falz, Bandseite, Schlossbereich und untere Türkante. Wenn sich das Türblatt verzogen hat und am Boden schleift, ist Streichen nur Kosmetik. Bei kleinen Lackschäden, aber stabilem Türblatt, ist Streichen sinnvoll.
Prüfen Sie auch die Zarge. Wenn sie fest sitzt, keine Feuchtigkeitsschäden zeigt und optisch zum neuen Türblatt passen kann, sparen Sie viel Geld. Bei lockeren Zargen oder stark beschädigten Eckverbindungen sollten Sie einen Austausch prüfen.
Schritt 2: Mietrecht und Rückbau klären
In einer Mietwohnung gehören Türen und Zargen in der Regel zur Mietsache. Ein Anstrich in neutraler Farbe ist oft unproblematischer als ein Austausch, trotzdem sollten Sie bei auffälligen Farben oder strukturellen Änderungen schriftlich nachfragen.
Neue Bohrungen, Kürzen des Türblatts, Austausch von Schlössern oder Entsorgung der alten Tür sollten nur mit Zustimmung erfolgen. Aus eigener Erfahrung ist eine kurze E-Mail mit Fotos, geplanter Farbe und Rückbauhinweis besser als eine mündliche Absprache im Treppenhaus.
Schritt 3: Nutzung und Pflege einschätzen
Für Familienflure, Küchenzugänge und WG-Zimmer sind CPL-Oberflächen oft robuster als lackierte Billigtüren. Eine CPL-Tür kostet zwar 40 bis 100 EUR mehr als eine einfache Weißlack-Tür, verzeiht aber Taschen, Staubsauger und häufiges Putzen besser.
Für ruhige Schlafräume reicht eine einfache lackierte Tür häufig aus. Im Home Office kann zusätzlich der Schallschutz wichtig werden. Schwere Röhrenspantüren oder Vollspantüren sind teurer, verbessern aber meist den subjektiven Lärmschutz gegenüber sehr leichten Wabentüren.
Wenn Lärm aus Flur oder WG-Küche stört, lohnt ein Blick auf Schallschutz bei Innentüren. Achten Sie dabei auch auf Bodendichtung und Spaltmaß, nicht nur auf das Türblatt.
Kostenbeispiele aus deutschen Wohnungen
Ein realistisches Beispiel: In einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg sollen fünf vergilbte Zimmertüren modernisiert werden. Die Türblätter sind 86 x 198,5 cm groß, die Zargen sitzen fest, der Flur ist 1,15 m breit und etwa 6 m lang.
Bei Eigenleistung mit Streichen entstehen für Lack, Grundierung, Schleifmittel, Rollen und Abdeckung etwa 250 bis 420 EUR Gesamtkosten. Der Zeitaufwand liegt bei zwei Wochenenden, wenn immer nur zwei Türen gleichzeitig bearbeitet werden können.
Bei Folierung mit solider Qualitätsfolie entstehen Materialkosten von etwa 450 bis 750 EUR für fünf Türen. Mit professioneller Verklebung können daraus 900 bis 1.500 EUR werden. Das lohnt sich vor allem, wenn keine Geruchsbelastung entstehen soll und die Türen sehr glatt sind.
Beim Austausch der Türblätter gegen einfache CPL-Türen liegen die Materialkosten bei etwa 650 bis 1.300 EUR. Mit Montage, neuen Drückergarnituren für je 18 bis 45 EUR und Entsorgung landen viele Projekte bei 1.300 bis 2.400 EUR.
Wer zusätzlich alle Zargen erneuert, sollte bei fünf Türen eher mit 2.200 bis 4.000 EUR rechnen. In München, Stuttgart oder Hamburg können Handwerkerkosten darüber liegen, besonders wenn Wandanschlüsse gespachtelt und gestrichen werden müssen.
Normen, Maße und Praxisdetails
DIN 18101 hilft bei Türblattgrößen und Wandöffnungen, ersetzt aber nicht das genaue Messen vor Ort. Messen Sie Höhe und Breite an mehreren Punkten. In Altbauten können Wandöffnungen oben und unten um 1 bis 2 cm differieren.
Bei Türen zu Bad oder WC ist außerdem Lüftung zu beachten. Wenn früher ein größerer Bodenspalt vorhanden war, darf eine neue Tür nicht plötzlich komplett dicht schließen, wenn der Raum auf Nachströmung angewiesen ist. Das betrifft besonders innenliegende Bäder in Wohnungen.
Das GEG spielt bei normalen Innentüren innerhalb einer Wohnung meist keine direkte Rolle. Anders sieht es bei Türen zu unbeheizten Bereichen aus, etwa Keller, Dachboden oder kaltem Treppenhaus in einem Einfamilienhaus. Dort können Wärmeschutz und Dichtung wichtiger sein.
Zusammenfassung
- Zuerst messen: Türblatt, Falz, Bandposition, Anschlagrichtung und Zargenzustand prüfen.
- Streichen wählen: wenn Tür und Zarge stabil sind und Sie eine günstige, dauerhafte Lösung möchten.
- Folieren wählen: wenn die Fläche glatt ist, wenig Geruch entstehen soll und Rückbau möglich bleibt.
- Türblatt tauschen: wenn Normmaß und Zarge passen, aber das Türblatt beschädigt oder optisch unbrauchbar ist.
- Zarge tauschen: nur bei Sanierung, Eigentum oder klarer Zustimmung des Vermieters einplanen.
- Budget realistisch setzen: pro Tür 35 bis 90 EUR für DIY-Streichen, 45 bis 130 EUR für DIY-Folie, 250 bis 650 EUR für Tür plus Zarge.
- Mietwohnung absichern: Änderungen immer dokumentieren und Genehmigung schriftlich einholen.
Häufige Fragen
Kann ich Zimmertüren in der Mietwohnung einfach streichen?
Neutrale, fachgerecht ausgeführte Anstriche sind meist weniger problematisch als bauliche Änderungen. Trotzdem sollten Sie bei kräftigen Farben, Lackwechsel oder alten Holztüren vorher schriftlich beim Vermieter nachfragen.
Was kostet eine neue Innentür mit Einbau?
Ein einfaches neues Türblatt mit Montage kostet häufig 160 bis 380 EUR. Mit neuer Zarge, Drückergarnitur und Nacharbeiten sind 250 bis 650 EUR pro Tür realistischer.
Ist Folie auf Türen dauerhaft haltbar?
Auf glatten, sauberen Flächen kann gute Folie mehrere Jahre halten. Kritisch sind Kanten, Griffbereich und alte Lackschichten, die sich beim späteren Abziehen lösen können.
Welche Türbreite ist in deutschen Wohnungen üblich?
Häufig sind Türblätter mit 73,5 cm, 86 cm oder 98,5 cm Breite und 198,5 cm Höhe. In Altbauwohnungen kommen Sondermaße vor, deshalb immer vor der Bestellung exakt messen.
Wann lohnt sich der Austausch der Zarge?
Der Zargentausch lohnt sich, wenn die Zarge beschädigt, verzogen oder optisch nicht mehr integrierbar ist. Bei festen, geraden Zargen reicht oft ein neues Türblatt oder ein guter Lackaufbau.
Welche Oberfläche ist für Familien und WG geeignet?
CPL-Oberflächen sind meist pflegeleichter und stoßfester als einfache Lackoberflächen. Für stark genutzte Flure, Kinderzimmer und WG-Zimmer ist der Aufpreis oft sinnvoll.

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